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Eine Geschichte, die nach Leder riecht (und ein bisschen auch nach Kaffee) – wie AUT AUT STUDIO entstanden ist

Una storia che profuma di pelle (e un po' anche di caffè) - come nasce AUT AUT STUDIO

Dies ist nicht nur die Geschichte unseres Unternehmens. Es ist die Geschichte meines Vaters Virgilio, seiner Entscheidungen, seiner Reisen und wie diese Geschichte, fast unbemerkt, auch zu meiner wurde.

Wenn man mich fragt, wie dieses Unternehmen entstanden ist, weiß ich nie, wo ich anfangen soll.

Ich könnte mit den Taschen, dem Leder oder der Lederwarenherstellung beginnen. Aber die Wahrheit ist, dass unsere Geschichte viel früher beginnt. Und kurioserweise beginnt sie mit Kaffee.

Wir befinden uns Anfang der 1970er Jahre. Mein Vater arbeitete in der Kaffeeindustrie und begleitete den gesamten Produktionszyklus genau – von der Auswahl der Rohstoffe bis zum fertigen Produkt. Auf den ersten Blick mag das eine Welt sein, die der Lederbranche sehr fern ist, aber heute erkenne ich, dass er bereits gelernt hatte, was wirklich zählt: Qualität zu erkennen, die Rohstoffe zu respektieren und zu verstehen, dass jedes Detail den Unterschied macht.

Weil manche Dinge nicht nur zu einem einzigen Handwerk gehören.

Der Duft eines guten Kaffees erzählt schon eine Geschichte, bevor man ihn probiert. Leder macht dasselbe: Man berührt es, betrachtet es, fühlt es in den Händen und erkennt sofort, ob man etwas Besonderes vor sich hat.

Irgenwann entschied er sich zusammen mit zwei Freunden, einen völlig neuen Weg einzuschlagen. So entstand eine kleine Lederwarenmanufaktur.

Und hier gibt es ein Detail, das den Geist jener Jahre gut beschreibt: Alle drei Gesellschafter hatten einen Nachnamen, der mit dem Buchstaben P begann. So entstand Pelletteria 3P. Keine Strategie, nur das einfache Bedürfnis, etwas, das gerade entstand, einen Namen zu geben.

Am Anfang herrschte pure Begeisterung: Werkstatt, erste Handwerker, erste Kollektionen. Dann kamen die 1980er Jahre und mit ihnen der Boom der italienischen Lederwarenindustrie. Die Produkte begannen zwischen Italien und Deutschland zu reisen, und die Arbeit wuchs schnell.

Als die anderen Gesellschafter beschlossen aufzuhören, machte mein Vater alleine weiter. Er übernahm das Unternehmen und führte alles mit derselben Entschlossenheit wie immer fort.

In den folgenden Jahren veränderte sich der Markt und die Produktion verlagerte sich zunehmend ins Ausland. So begann eine lange Zusammenarbeit zwischen Italien und Indien, die nicht nur aus Produktion bestand, sondern auch aus Ausbildung: eine Methode, eine Qualitätskultur, eine Art der Lederwarenherstellung zu vermitteln.

Bis heute arbeiten wir mit einigen der Unternehmen zusammen, die aus diesem gemeinsamen Weg entstanden sind.

Dann komme ich ins Spiel.

Oder besser gesagt, ich war immer schon da.

Ich bin zwischen Leder, Mustern und Arbeitstischen aufgewachsen. Es war einfach die Welt meines Vaters. Erst später verstand ich, was wirklich hinter jedem Produkt steckt: Erfahrung, Zeit, Aufmerksamkeit.

Vor etwa fünfzehn Jahren kam ich, Paola, mit einer Ausbildung im Design ins Unternehmen. Ich begann damit, neue Modelle zu entwerfen, dann erkannte ich, dass man, um gut zu entwerfen, zuerst das Material kennen muss.

Bis heute ist das erste, was ich mache, wenn ein neues Leder ankommt, es zu berühren. Es ist eine instinktive Geste, die ich wahrscheinlich von meinem Vater gelernt habe.

Im Laufe der Zeit entstand auch das Bedürfnis, dem Projekt eine neue Identität zu geben: AUT AUT STUDIO.

Ein Name, der aus einer einfachen Idee entstanden ist: Das Leben besteht aus Entscheidungen. Ständige Weggabelungen, wie in Sliding Doors, wo sich alles in einem Augenblick ändern kann.

AUT AUT bedeutet genau das: „entweder das oder das“.

Heute bin ich diejenige, die dieses Unternehmen führt.

Es ist nicht immer einfach. Die Welt der Lederwaren hat sich verändert, aber unser Ansatz nicht.

Wir suchen weiterhin Qualität in den Materialien, Aufmerksamkeit für Details und Produkte, die für die Langlebigkeit gedacht sind.

Jedes Mal, wenn wir etwas Neues entwickeln, suchen wir dasselbe wie immer: ein sofortiges Gefühl von Qualität, sobald man es in die Hand nimmt.

Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich nur eines, das konstant geblieben ist.

Nicht die Taschen.

Nicht die Zahlen.

Aber eine Abfolge von Entscheidungen.

Und eine Geschichte, die wir nach mehr als fünfzig Jahren immer noch weiterschreiben.

 

Paola Polini

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